P11 Alagoinhas:
Associcão Lar São Benedito





Berufsbildende Werkstätten in 12 Berufen, Kindergarten und -krippe, Gehörlosenschule der ökumenischen Gemeinschaft Taizé, unterstützt seit 1981.

Geschichte:
1978 ließen sich einige Brüder der ökumenischen Gemeinschaft Taize in Alagomhas (120.000 Einwohner im Bundesstaat Bahia) in einem am Stadtrand gelegenen Armenviertel nieder. Eine von ihnen angestellte Arbeiterin besuchte im Laufe vieler Monate alle Familien des Viertels und lernte die Probleme der Menschen dort kennen: Wohnungsmangel, Arbeitslosigkeit, ungenügende Versorgung mit sauberem Trinkwasser,  keine  Elektrizität, fehlende öffentliche Verkehrsmittel, keine Kindergärten, Kinderhorte, Schulen und Ausbildungsplätze für Kinder und Jugendliche, familienlose, unversorgte alte Menschen.

Dauer und Art der Zusammenarbeit:

Campo Limpo fördert seit etwa 20 Jahren die Arbeit der Associcao Lar Säo Benedito mit jährlichen Zuwendungen zwischen 5.000 DM und 20.000 DM, aber auch durch persönlichen Austausch bei (privat finanzierten) Besuchen und regelmäßige Korrespondenz. Die überwiesenen Gelder wurden zum Aufbau und Betrieb der oben beschriebenen Aktivitäten eingesetzt und überwiegend zur Projektbetreuer Finanzierung  von  Personalkosten  Lehrerinnen,  Ausbilder) verwendet. Das Projekt läuft seit Jahren unter einheimischer Leitung. Einer der Brüder von Taize' ist weiterhin als Vorstand tätig. Über ihn werden, wegen des Sprachproblems unsere Kontakte abgewickelt.

Aktivitäten:
Gemeinsam mit den Menschen des Viertels wurde 1985 der Selbsthilfeverein Associcao Lar Säo Benedito gegründet um den Betroffenen die Möglichkeit zu geben, ihre Notlagen selbst angehen  zu  können.  Inzwischen ist folgendes mit viel Eigenleistung geschehen:

  • Bau von kleinen Häusern für etwa 120 Familien
  • Installation einer 4 km langen Wasserleitung
  • Durchsetzung der Elektrifizierung des Viertels
  • Einrichtung einer Busanbindung
  • Eröffnung von Werkstätten verschiedener Berufsfelder
  • Errichtung von Kinderkrippen (50 Plätze)
  • Kindergarten (80 Plätze)
  • Grundschule (200 Plätze)
  • Betreuung von verhaltensgestörten Kindern
  • Aufnahme von familienlosen Kindern in Pflegefamilien
  • Berufsausbildung für jährlich 120 Jugendliche in 12 Berufsfeldern
  • Betrieb eines kleinen Altenheims für sehr alte oder kranke Menschen ohne Familie.

Eine Besonderheit stellt die Entwicklung der Gehörlosenarbeit für Alagomhas dar. Die betroffenen Kinder und Jugendlichen und deren Angehörige werden in der Gebärdensprache ausgebildet. Ein Handbuch für die Unterrichtung von Gehörlosen aus Unterschichtfamilien wurde entwickelt (etwas Vergleichbares gibt es in Brasilien nicht). Die jungen Betroffenen beginnen sich persönlich auszudrücken. Die meisten von ihnen konnten bislang nicht einmal mit ihren nahen Verwandten angemessen kommunizieren. Etwa 30 Gehörlose besuchen nun eine besondere Abteilung der Grundschule.

 
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