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CENTRU
Centro de Educação e Cultura do Trabalhador Rural
(Bildungs- und Kulturzentrum des Landarbeiters)
Recife, PE, Brasilien

CENTRU ist ein eingetragener Verein von Landarbeitern und Kleinbauern mit dem Ziel, durch Beratung, Kurse, Informationsarbeit und –austausch die Bildung und Kultur der Landbevölkerung zu fördern. Der Sitz von CENTRU befindet sich in der Landeshauptstadt Recife, eine Filiale besteht in Catende (Zona de Mata) und eine Nebenstelle in Afogados da Ingazerra im Sertão von Pernambuco.


Campo Limpo unterstützt seit 1991 CENTRU. Anfangs wurde eine Agraringenieurstelle finanziert, seit 2001 die Stelle einer technischen Projektleiterin, die Antônia Fernandes innehat. Bis zum Jahr 2007 überwies Campo Limpo dafür € 7.500,00, in 2008 wurde der Betrag aufgrund des geringeren Spendenaufkommens auf € 5.000,00 gekürzt.

Der Sertão, das Dürregebiet Pernambucos, ist von Recife in mühseliger Fahrt in 10 bis 12 Stunden zu erreichen. Staatliche und private Stellen haben Schwierigkeiten und teilweise auch wenig Interesse, Arbeitsplätze zu schaffen und den Kleinbauern technische Hilfe zu gewähren. CENTRU hilft seit seiner Gründung im Jahr 1980 bei der Arbeitsbeschaffung und gewährt technische Unterstützung für die Kleinbauern. Leider ist das aufgrund geringer Finanzmittel nur in bescheidenem Ausmaß möglich.

Seit fünf Jahren besteht eine Zusammenarbeit von CENTRU mit FUNTEPE – Fundo de Terra de Pernambuco - zur Finanzierung von Bauvorhaben zur Armutsbekämpfung der Landbevölkerung. Die Bundesregierung erwirbt mit Unterstützung der Weltbank Grund, um darauf Landlose sesshaft zu machen. Dabei verhandeln die Familien direkt mit den Grundeigentümern unter Mitwirkung der Gewerkschaft, ohne die Behörde INCRA einzuschalten.

CENTRU gewann eine Auschreibung für Schulungskurse für Familien und unterstützt inzwischen 31 Gemeinschaften in 15 Gemeinden beim Kauf von Grund, Hausbau und Bearbeiten landwirtschaftlicher Flächen. CENTRU wird dabei direkt von den einzelnen Gemeinden beauftragt und nicht über FUNTEPE, was für das Bereitstellen von Geldern durch die Bundesregierung aber bedeutend mehr Verwaltungsaufwand erfordert. Die technischen Assistenten von CENTRU erarbeiten die einzelnen Projekte mit den Gemeinschaften und reichen die Anträge an FUNTEPE zur Finanzierung weiter. Anschließend sind die Berichte über die einzelnen Etappen wie Hausbau für weitere Gelder zu verfassen. Inzwischen wird in den meisten Gemeinschaften schon Landwirtschaft (Gemüseanbau und Weideflächen) betrieben, einige können aus dem ihnen nahen Rio São Francisco bewässern, die meisten mussten jedoch Brunnen bis 60 Meter Tiefe, kleine Wehre oder Zisternen bauen.

 




Antônia Fernandes wohnt in Afogados da Ingazerra und arbeitet dort in einem Büro von CENTRU. Sie koordiniert die Arbeit der einzelnen Techniker, besucht die umliegenden Gemeinden und macht Schulungen zu Agrarökologie, Genossenschaftswesen, Verbesserung der landwirtschaftlichen Produktion und Diversifizierung, Umweltschutz, Wiederaufforstung. Für die Direktoren der einzelnen Gemeinschaften hält sie Kurse, u.a. für Rechnungwesen, Abrechnung von Konten und Betriebsleitung. Ihre Arbeit wird von den angesiedelten 374 Familien und den Gemeinden sehr geschätzt und anerkannt und als grundlegend für die Fortdauer und Weiterentwicklung angesehen.


 

Unser Ansprechpartner bei CENTRU:

Projektbetreuerin:




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Manoel Raimundo Silva

Marianne Forster-Pohl
Frühlingstr.47,
82178 Puchheim
Tel. 089/8493329

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